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Zum Podcast · «Golf & Wine» mit Victoria Skene und Alexander Andreadis
Genuss & Region

Golf & Wine:
Zwei Premium-Welten,
ein Familienbetrieb
in dritter Generation.

Michael Gehring
Michael Gehring15. September 2026 · 4 Min. Lesezeit
Michael GehringKI-generiert / AI generated

Golf und Wein gehören für mich seit Jahren zusammen. Zwei Welten, die dieselbe Zielgruppe ansprechen, Menschen mit Zeit, mit Sinn für Qualität und mit der Bereitschaft, für Genuss etwas auszugeben. In der Südsteiermark bringt jetzt ein Format namens Golf & Wine beides zum ersten Mal offiziell zusammen. Grund genug, im Kooperation Podcast mit einer jungen Gastgeberin darüber zu sprechen, die diese Verbindung lebt.

Meine Gäste sind Victoria Skene, Restaurant-Managerin am Golfclub Gut Murstätten, und Alexander Andreadis, Weinakademiker aus Graz. Die beiden haben das Format gemeinsam aufgesetzt. Sie steht für die Organisation vor Ort und für den Generationenwechsel in einem Familienbetrieb, er bringt den Wein und den Zugang zu den Winzern ein. Er ist gebürtiger Grieche und hat als einer der Ersten griechische Qualitätsweine nach Österreich gebracht.

Ein neues Format für eine starke Region

Golf & Wine ist ein neues Kombinationsformat in der Südsteiermark, das Golfsport und Weinregion zusammenbringt. Die erste Auflage läuft 2026 unter dem Namen «1. Weinreife 2026», der Leitgedanke heisst «Play Taste Celebrate». Austragungsort ist der Golfclub Gut Murstätten in Lebring, rund zwanzig Autominuten südlich von Graz, direkt am Tor zur südsteirischen Weinstrasse.

Die Idee dahinter ist betriebswirtschaftlich klug. Golf und Wein gelten beide als Premium-Freizeitsegmente mit einer sehr ähnlichen Zielgruppe. Wer beide Welten verbindet, spricht dieselben Gäste zweimal an und macht aus zwei Anlässen einen. Für Hotellerie und Tourismus in der Region kann daraus ein eigenes Zugpferd werden, wenn die Zusammenarbeit über den einzelnen Event hinausgeht.

Der Golfclub Gut Murstätten

Der Platz ist mehr als eine Golfanlage. Rund um einen vierzehn Hektar grossen See liegen ein Championship Course, ein öffentlicher Südkurs und eine Pitch-and-Putt-Anlage, dazu Österreichs erste Trackman Range. Der Club ist Mitglied im Netzwerk «The Leading Golf Courses», hat eine eigene Golfschule mit Platzreife-Programmen und ein Restaurant mit Bistro vor Ort. Das ist die Art von Infrastruktur, die ein Format wie Golf & Wine überhaupt erst trägt.

Der Generationenwechsel als eigentliches Thema

Für mich liegt der spannendste Teil aber nicht auf dem Platz, sondern in der Familie. Der Golfclub ist ein Familienbetrieb. Nikolaus Skene führt die Anlage, seine Tochter Victoria Skene ist seit März 2024 als Restaurant-Managerin im Betrieb. Damit steht die dritte Generation am Ruder.

Ihr ursprünglicher Berufswunsch war Flugbegleiterin. Fliegen bedeutet für sie Freiheit, das sagt sie bis heute so. Nach der Tourismusschule Bad Gleichenberg hat sie sich bei der AUA beworben und eine Absage bekommen, danach im Restaurant des Le Méridien in Wien gearbeitet. Sie war kurz davor, sich erneut zu bewerben, dann kam Covid dazwischen. Und danach die Liebe. Heute ist sie Restaurant-Managerin im eigenen Familienbetrieb. Nebenbei ist sie aktive Golferin und hat 2022 den Club Cup am eigenen Platz gewonnen.

Genau dieser Weg ist es, der mich interessiert, gerade weil er nicht geplant war. Eine Ausbildung ausserhalb des eigenen Betriebs, Erfahrung in einem grossen Haus, ein Berufswunsch in eine ganz andere Richtung, und dann kommt das Leben dazwischen. Aus dem Umweg ist eine Entscheidung geworden. Das ist ehrlicher als jede Erzählung von der Nachfolge, die von Anfang an feststand. Und es ist die Form, die ich in Familienbetrieben am häufigsten sehe.

Was hinter dem Format steckt

Wie viel Arbeit in so einem Anlass steckt, sieht man erst aus der Nähe. Mehrere hundert steirische Weine wurden eingereicht und gemeinsam mit Steiermark Wein in einer Fachverkostung bewertet. Ich durfte in der Jury sitzen, vierundsechzig Weine an einem Tag. Wer glaubt, das sei ein Vergnügen, hat es noch nie gemacht. Es ist konzentrierte Arbeit, und ausgespuckt wird fast alles, sonst lässt sich der letzte Wein nicht mehr so fair bewerten wie der erste.

Der Zuspruch war da, bevor jemand geworben hat. Das Turnier war innerhalb einer halben Woche ausgebucht.

Bleibt die Frage, wie man so etwas neben dem laufenden Betrieb stemmt. Am Platz arbeiten sechzehn Greenkeeper, dazu kommen Sekretariat, Housekeeping und ein zehnköpfiges Team in der Gastronomie. Ich habe Victoria Skene genau das gefragt. Ihre Antwort kam ohne Zögern: Kommunikation, und Aufgaben abgeben.

«Delegieren galt lange als Zeichen von Schwäche. Es ist das Gegenteil. Wer alles selbst macht, schwimmt im Niemandsland und kommt nie an den Beckenrand.»
Drei Fragen, die dieser Fall für jeden Familienbetrieb aufwirft:
1. Welche zwei Stärken meiner Region könnte ich zu einem gemeinsamen Angebot verbinden, statt sie einzeln zu vermarkten?
2. Was war das Letzte, das ich tatsächlich abgegeben habe, und nicht nur verteilt?
3. Wissen die Menschen in meinem Haus, warum wir tun was wir tun, oder führen sie nur aus?

Was Sie mitnehmen sollten

Die Geschichte von Gut Murstätten zeigt zwei Dinge. Ein starkes Format bringt Gäste, schneller als jede Werbung, wenn es zwei Stärken der Region ehrlich zusammenbringt. Getragen wird es aber nicht vom Format, sondern von einer Organisation, in der Aufgaben wirklich abgegeben werden. Wer beides hat, macht aus einem schönen Anlass ein tragfähiges Geschäft.

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