Mehr von Michael Gehring
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Im Podcast haben Ljubo und ich eine Frage gestellt, die in den meisten Betrieben nie laut ausgesprochen wird: Wem gehört das Trinkgeld eigentlich?
Meine Antwort ist klar - und ich weiss, dass sie nicht überall gerne gehört wird.
Wie ein Betrieb mit Trinkgeld umgeht, sagt mehr über seine Kultur aus als jedes Leitbild. Ein Betrieb, der Trinkgeld fair und transparent verteilt, signalisiert: Wir sehen jeden. Ein Betrieb, in dem die Frage nie gestellt wird - oder in dem die Antwort unklar ist - signalisiert das Gegenteil.
Es gibt kein universelles Modell. Pooling kann fair sein - wenn alle, die zum Erlebnis beitragen, daran teilhaben. Das Küchenpersonal, das den Teller macht. Die Housekeeping-Mitarbeiterin, die das Zimmer vorbereitet. Auch sie sind Teil des Gesamterlebnisses.
Pooling kann aber auch unfair sein - wenn es bedeutet, dass Leistung nicht mehr differenziert wird und der Gleichmacher siegt. Wer immer mehr gibt als der Kollege, wird das auf Dauer nicht mit einem gleichen Anteil akzeptieren.
In Betrieben, in denen die Trinkgeldregelung unklar ist, entsteht Misstrauen. Mitarbeitende vermuten Unfairness, auch wenn keine vorhanden ist. Das ist teurer als jede Diskussion, die man vermeiden wollte.
Wer eine klare Regelung hat und sie transparent kommuniziert, nimmt das Thema vom Tisch. Wer es vermeidet, trägt die Unklarheit täglich mit ins Haus.
Unklare Regelungen kosten Vertrauen - und Vertrauen kostet Zeit, um es zurückzugewinnen. In einem Erstgespräch schauen wir, wo in Ihrem Betrieb Klarheit fehlt und was sich ändern lässt.
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