Mehr von Michael Gehring
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Im Podcast haben Ljubo und ich über Gästebewertungen gesprochen - und wie unterschiedlich Betriebe damit umgehen. Die einen überwachen jede Plattform täglich. Die anderen ignorieren Bewertungen grundsätzlich. Beides ist falsch.
Eine Online-Bewertung ist eine verspätete Rückmeldung. Nichts mehr. Der Gast sagt, was er erlebt hat - gefiltert durch seine Erwartungen, seine Tagesstimmung und seine Fähigkeit, Dinge zu benennen. Das ist subjektiv. Manchmal unfair. Manchmal treffsicher.
Wer jede Drei-Sterne-Bewertung als persönlichen Angriff wertet, verliert die Perspektive. Wer jede Fünf-Sterne-Bewertung als Bestätigung nimmt, auch.
Wie ein Betrieb auf Bewertungen antwortet, sagt mehr über seine Führungskultur aus als die Bewertung selbst. Defensive Antworten, die den Gast als unrecht stehend darstellen, schaden doppelt - dem Gast gegenüber und allen, die die Antwort lesen.
Ich habe Hotels gesehen, die aus negativen Bewertungen echte Verbesserungen abgeleitet haben. Und Hotels, die dieselbe Kritik zwanzig Mal bekommen - und nichts geändert haben. Der Unterschied ist keine Frage der Plattform. Es ist eine Frage der Führung.
Das andere Ende: Betriebe, die Bewertungen kaufen oder Mitarbeitende bitten, positive Rezensionen zu schreiben. Das ist kurzfristig verführerisch und langfristig kontraproduktiv. Wer an der Quelle keine guten Erlebnisse schafft, kann die Plattform nicht austricksen - jedenfalls nicht dauerhaft.
Gästebewertungen sind ein Spiegel. Manchmal verzerrt, manchmal klar. Aber sie verschwinden nicht. Und sie lesen sich jene, die als nächstes buchen wollen.
Wer Bewertungen als Führungsinstrument begreift, braucht keine Reputationsagentur. In einem Erstgespräch zeige ich, wie Betriebe diesen Schritt konkret umsetzen.
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