Mehr von Michael Gehring
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Diese Folge war anders als sonst. Kein Thema, das wir uns vorgenommen haben, sondern eines, das uns seit Monaten begleitet. Ljubo und ich sprechen über Montenegro Experts, über die Gründung, über die Frage, warum zwei Leute mit gut gefüllten Kalendern in einem Land anfangen, das viele auf der Landkarte suchen müssen.
Die ehrliche Antwort ist unspektakulär. Ljubo hat dort Wurzeln, familiär, nicht touristisch. Ich habe über vierzig Jahre Hotellerie im deutschsprachigen Raum hinter mir. Beides für sich allein ergibt kein Angebot. Zusammen schon.
Zu den Zahlen, weil sie die Sache erden. Montenegro hatte 2024 rund 2,6 Millionen Ankünfte und etwa 15,6 Millionen Übernachtungen. Der Tourismus macht je nach Rechnung 25 bis 30 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Das ist eine Abhängigkeit, wie sie in Europa selten ist. Wenn die Saison schwach läuft, spürt das nicht nur die Hotellerie, sondern das ganze Land.
Die Gäste kommen vor allem aus Serbien, rund 23,5 Prozent, und aus Russland, etwa 18,3 Prozent. Der deutschsprachige Raum liegt bei knapp 5 Prozent. Genau darin steckt die interessante Aufgabe. Ein DACH-Gast bucht anders, erwartet anders, bewertet anders. Wer ihn will, muss seinen Betrieb darauf einstellen, und zwar nicht mit einer neuen Website, sondern im Ablauf, im Service, in der Preisgestaltung.
Der Markt selbst ist überschaubar. 499 kategorisierte Hotels, der Anteil der Fünf-Sterne-Häuser wächst und liegt bei rund 10,8 Prozent. Und fast alles ist Sommer und fast alles ist Küste.
Hier wird es konkret, und hier trennt sich unser Angebot von dem, was man sonst hört. Die grossen internationalen Namen sind längst da. Aman, One&Only, Regent, Chedi. Diese Häuser brauchen uns nicht, sie bringen ihre eigenen Systeme, ihre eigenen Leute und ihre eigenen Standards mit.
Unser Thema sind die privaten, unabhängigen, gehobenen Häuser. Nach unserer Einschätzung reden wir über dreissig bis sechzig Betriebe, dazu eine Pipeline in Kotor, Budva, Bar und rund um Tivat. Familienbetriebe mit gutem Grundstück, gutem Willen und oft ohne die Struktur dahinter. Die Beratung, die es vor Ort gibt, ist meist klein und marketinglastig. Eine etablierte Begleitung für Pre-Opening, Betriebsaufbau und Wirtschaftlichkeit haben wir nicht gefunden. Diese Lücke ist unser Platz.
Montenegro ist im Westbalkan am weitesten in Richtung EU. Die Regierung peilt den Abschluss der Verhandlungen für Ende 2026 an, ein Beitritt wäre dann 2028 denkbar. Ob dieser Fahrplan hält, weiss heute niemand. Aber der Kurs verändert schon jetzt, wie im Land investiert und geplant wird.
Ein Beispiel, das ich gerade sehr genau verfolge. Das Tourismusministerium hat ein Zuschussprogramm für Energieeffizienz in Hotels angekündigt, 500.000 Euro insgesamt, abgewickelt über den Eko-fond, geplant für September 2026. Bis zu 50.000 Euro je Haus, höchstens 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Gefördert werden Dämmung, Heiz- und Kühltechnik, Solar, LED, Gebäudeleittechnik. Ganzjahresbetriebe werden bevorzugt.
Für ein Haus mit dreissig Zimmern ist das kein Almosen, sondern eine echte Investitionsentscheidung. Und es ist genau die Art von Aufgabe, bei der Betriebe erfahrungsgemäss scheitern. Nicht am Geld, sondern an der Vorbereitung: Welche Massnahme rechnet sich zuerst, welches Angebot ist belastbar, wie sieht die Umsetzung in zwölf Monaten aus. Da beginnt unsere Arbeit.
Zwei Dinge, die weit über Montenegro hinausgehen. Erstens: Marktzugang ist selten eine Frage von Werbung. Er ist eine Frage von Menschen, die einen kennen. Ohne Ljubos Familie wäre dieses Projekt für mich verschlossen, egal wie gut mein Angebot wäre. Wer neue Märkte prüft, sollte zuerst fragen, wer ihn dort schon kennt.
Zweitens: Kleine Märkte sind unterschätzt. Dreissig bis sechzig Häuser klingen nach wenig. Aber in einem Markt dieser Grösse spricht man miteinander, das erste gute Ergebnis spricht sich herum, und man kann tatsächlich der sein, an den man denkt. In einem grossen Markt ist genau das der teuerste Teil.
Wir stehen ganz am Anfang. Die Website steht, das Angebot steht, die ersten Gespräche laufen. Wenn Sie selbst überlegen, ob ein neuer Markt für Ihren Betrieb Sinn ergibt, hören Sie in die Folge rein. Wir reden dort ziemlich offen darüber, was daran reizvoll ist und was daran anstrengend.
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Ob eine neue Destination, ein zweiter Betrieb oder ein Pre-Opening: Die Frage ist immer dieselbe, was trägt sich und was kostet nur Kraft. In einem Erstgespräch schauen wir uns Ihre Ausgangslage gemeinsam an.
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