Mehr von Michael Gehring
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Im Podcast war das Thema Ausbildungsplätze - und der Mangel daran. Was ich dazu sagen will, klingt zunächst provokant: Ich glaube nicht, dass das Kernproblem die Anzahl der Plätze ist. Das Kernproblem ist das Bild, das junge Menschen von diesem Beruf haben.
Und dieses Bild haben wir als Branche selbst gezeichnet.
Hören Sie sich an, wie Führungskräfte in der Hotellerie über ihre Arbeit sprechen - in Interviews, auf Messen, in Stellenanzeigen. Was überwiegt? Belastung. Schichtarbeit. Wochenendarbeit. Fachkräftemangel. Niedrige Löhne.
Das ist nicht gelogen. Aber es ist die vollständige Geschichte nicht.
Die Hotellerie bietet etwas, das kaum eine andere Branche in dieser Dichte bietet: frühe Verantwortung, internationales Umfeld, menschliche Tiefe. Man lernt, wie Menschen funktionieren - unter Druck, im Glück, in der Beschwerde.
Wer in der Hotellerie ausgebildet wird und dabei gut geführt wird, entwickelt Fähigkeiten, die in jedem anderen Beruf fehlen würden. Empathie als Werkzeug. Improvisation unter Druck. Servicedenken als Haltung, nicht als Pflicht.
Diese Geschichte wird zu selten erzählt. Nicht weil sie unwahr ist - sondern weil die Branche zu sehr damit beschäftigt ist, Probleme zu beschreiben, statt Möglichkeiten zu zeigen.
Wenn Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, ist das ein Signal. Nicht ein Signal über die Jugend von heute - ein Signal über die Geschichte, die wir über unseren Beruf erzählen. Und über die Bedingungen, die wir schaffen.
Wer gute Auszubildende gewinnen will, muss ein guter Betrieb sein - und das auch zeigen. Keine Kampagne ersetzt das.
Ausbildungsqualität und Mitarbeiterbindung hängen direkt zusammen. In einem Erstgespräch schauen wir gemeinsam, welche Massnahmen in Ihrem Betrieb sofort wirken.
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