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Zum Podcast · «Zu wenig Ausbildungsplätze in der Hospitality»
Führung & Personal

Wir haben nicht zu wenig
Ausbildungsplätze.
Wir erzählen die
falsche Geschichte.

Michael Gehring
Michael Gehring13. Mai 2026 · 7 Min. Lesezeit
Michael Gehring

Im Podcast war das Thema Ausbildungsplätze - und der Mangel daran. Was ich dazu sagen will, klingt zunächst provokant: Ich glaube nicht, dass das Kernproblem die Anzahl der Plätze ist. Das Kernproblem ist das Bild, das junge Menschen von diesem Beruf haben.

Und dieses Bild haben wir als Branche selbst gezeichnet.

Wie die Hospitality über sich spricht

Hören Sie sich an, wie Führungskräfte in der Hotellerie über ihre Arbeit sprechen - in Interviews, auf Messen, in Stellenanzeigen. Was überwiegt? Belastung. Schichtarbeit. Wochenendarbeit. Fachkräftemangel. Niedrige Löhne.

Das ist nicht gelogen. Aber es ist die vollständige Geschichte nicht.

«Wer junge Menschen für einen Beruf begeistern will, muss ihnen zeigen, wer er nach zehn Jahren darin sein kann - nicht was die ersten drei Jahre kosten.»

Was fehlt: Die Geschichte vom Möglichen

Die Hotellerie bietet etwas, das kaum eine andere Branche in dieser Dichte bietet: frühe Verantwortung, internationales Umfeld, menschliche Tiefe. Man lernt, wie Menschen funktionieren - unter Druck, im Glück, in der Beschwerde.

Wer in der Hotellerie ausgebildet wird und dabei gut geführt wird, entwickelt Fähigkeiten, die in jedem anderen Beruf fehlen würden. Empathie als Werkzeug. Improvisation unter Druck. Servicedenken als Haltung, nicht als Pflicht.

Diese Geschichte wird zu selten erzählt. Nicht weil sie unwahr ist - sondern weil die Branche zu sehr damit beschäftigt ist, Probleme zu beschreiben, statt Möglichkeiten zu zeigen.

Was Betriebe konkret tun können:
Stellen Sie einem Auszubildenden im ersten Jahr eine Führungskraft als Mentor zur Seite - nicht als Aufgabe, sondern als echte Beziehung. Zeigen Sie, was aus einem Lehrling werden kann: nennen Sie Namen, zeigen Sie Karrierewege. Sprechen Sie öffentlich über das, was an diesem Beruf aussergewöhnlich ist - und hören Sie auf, sich bei jedem Anlass über das zu beklagen, was schwer ist.

Die Verantwortung liegt bei uns

Wenn Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, ist das ein Signal. Nicht ein Signal über die Jugend von heute - ein Signal über die Geschichte, die wir über unseren Beruf erzählen. Und über die Bedingungen, die wir schaffen.

Wer gute Auszubildende gewinnen will, muss ein guter Betrieb sein - und das auch zeigen. Keine Kampagne ersetzt das.

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