Mehr von Michael Gehring
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Vor der Landesweinbewertung haben Ljubo und ich die Frage gestellt, warum der steirische Sauvignon Blanc international so erfolgreich ist. Die Antwort, die ich interessant finde, hat wenig mit Önologie zu tun - und viel mit Positionierung.
Der steirische Sauvignon Blanc hat sich nicht dem internationalen Geschmack angepasst. Er ist nicht weicher geworden, runder, gefälliger. Er ist - in seiner besten Ausprägung - unverwechselbar geblieben. Kräuterig, mineralisch, mit einer Spannung, die nicht jeden sofort begeistert, aber die, die er begeistert, nicht mehr loslässt.
Und genau darin liegt die Lehre für die Hotellerie.
Ich erlebe regelmässig Betriebe, die ihre Stärken verwässern, weil sie glauben, damit mehr Zielgruppen ansprechen zu können. Das rustikale Berghotel, das einen Spa baut, weil «das erwartet wird». Das Stadthotel, das Wellnessangebote einführt, weil die Konkurrenz es hat.
Was dabei verloren geht, ist genau das, was Gäste eigentlich gesucht haben: Charakter. Unverwechselbarkeit. Das Gefühl, an einem Ort zu sein, der irgendwo anders nicht existiert.
Der steirische Wein hat bewiesen, dass regionale Identität und internationale Relevanz kein Widerspruch sind. Im Gegenteil: Gerade weil er so klar steirisch ist, wird er weltweit gesucht.
Für Hotels gilt dasselbe. Je klarer die Identität, desto weniger Erklärung braucht es. Der Gast findet das Hotel - nicht umgekehrt.
Positionierung ist keine Marketingfrage. Sie ist die ehrlichste Frage, die ein Betrieb sich stellen kann. In einem Erstgespräch arbeiten wir heraus, was Ihr Haus wirklich auszeichnet - und wie Sie das sichtbar machen.
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